Wunderschöne DIY Bilder – Ein Interview

Mir ist aufgefallen, dass ich schon seit einer Ewigkeit keinen DIY Beitrag mehr für Dich dabei hatte. Das wollte ich heute einmal ändern. Allerdings wird dies weniger eine Anleitung als eher eine Inspiration.
Es gibt viele Dinge, die ich gerne selber mache. Genau aus diesem Grund ist der Anteil an Bastelutensilien auch nicht wenig in meinem Büro. Eine Sache jedoch kann ich so gar nicht – Bilder gestalten oder malen. Dafür fehlt mir absolut das Talent.

Ich hatte bei meiner Ma zu Hause wirklich schöne Bilder gesehen und sie gefragt, wo sie die her hat. Die Antwort hatte mich total verblüfft, denn die Bilder kommen von Maria – eine Freundin der Familie.

Und weil mir diese Bilder so gut gefallen, habe ich mir gedacht, ich frage Maria mal ein wenig aus, woher sie die Inspirationen dafür bekommt, ob die Bilder eine bestimmte Bedeutung haben usw. und teile ihre Antworten mit Dir. Vielleicht inspirieren Dich ihre Bilder ja auch dazu selber welche zu machen.

Darf ich vorstellen – Maria

Bevor ich Dir aber erzählen möchte, was mir Maria alles über ihre Bilder verraten hat, möchte ich sie Dir im Vorfeld einmal kurz vorstellen.

Interview Maria Bilder

Maria ist 58 Jahre jung, verheiratet und hat vier erwachsene Söhne. Sie ist als „Landkind“, wie sie so schön selber sagt, geboren und macht mit ihrem Mann zusammen die Landwirtschaft bis heute noch.
Seit ihrem zweiundzwanzigsten Lebensjahr leidet sie an einer Wirbelsäulenerkrankung die mittlerweile eine Krankheit Namens DISH ausgelöst hat. Diese Erkrankung kann irgendwann eine komplette Versteifung der Wirbelsäule zum Ergebnis haben.

Außerdem arbeitet Maria mit alten und demenzkranken Menschen zusammen. Sie hat gemerkt, dass sie sich durch ihre Erkrankung sehr gut in diese Menschen hineindenken und -fühlen kann. „Demenz ist ein ständiger Zustand von Blitzen im Kopf und diese Blitze machen die Gedanken kaputt.“, hat sie mir erklärt. 
Ruhe und Gleichmäßigkeit sind für Menschen mit dieser Krankheit wichtig und das versucht Maria ihnen bei ihrer Arbeit zu geben.

Maria hat aber auch ein großes Ziel – Sie möchte die Menschen zum lachen bringen. Das schafft sie nicht nur durch ihre nette und herzliche Art, sondern auch mit den kleinen Geschenken, die sie in mühevoller Handarbeit ihren Liebsten einfach immer wieder gerne macht.

Ein paar Fragen und Antworten über ihre Bilder

Und genau da kommen wir dann auch schon zu ihren Bildern.

Die Frage, die mich am aller Meisten interessiert hat war natürlich, woher Maria die Inspirationen für ihre Bilder herbekommt.

„Das wächst irgendwie von innen. Bei mir geht es immer um plastische Bilder, um 3D Bilder, die ein Thema haben sollen und die sich entwickeln und ich kann nur dann aufhören, wenn eine Stimme sagt „Jetzt ist es fertig“. Es kann auch sein, dass ich auch manchmal noch viel verändere, weil ich den falschen Weg eingeschlagen habe. Eigentlich hängt der Start davon ab, welche Materialien ich zur Verfügung habe, denn darauf baut sich alles auf.“ 

Da einige Bilder ein wenig abstrakt wirken, wollte ich natürlich auch wissen, ob sie eine und welche Bedeutung sie haben.

Stadt mit unterschiedlichen Gebäuden und Strukturen

Ihre Bilder haben durchaus eine Bedeutung, hat mir Maria verraten. Diese Bedeutung entwickelt sich aber erst im Laufe ihrer Entstehung. Das letzte Bild ist eine Großstadt mit unterschiedlich großen Gebäuden und Fassaden geworden.

Ihr erstes Bild zeigt den Gang der Welt bzw. den Lebenslauf eines Menschen von der Geburt bis zum Tod. Es ist in unterschiedlichen Ebenen unterteilt. Unten befindet sich die Unterwelt, der Tod und das Leid, was sie in Grau dargestellt hat. In der Mitte gibt es in Silber, Gold und Weiß die Kindheit, die Unbeschwertheit und über die Hochzeit geht es dann über in blasseren Farben womit das Alter dargestellt werden soll. Oben wird in rot, hell und grau die verschiedenen Stimmungen im Himmel dargestellt. Die beiden Stoffbahnen sollen die Verbindung zwischen Himmel und Erde kennzeichnen.

Gang der Welt Bild
Der Lauf des Lebens

Die unterschiedlichen Punkte sollen z.B. in Gold und Silber die Stellung des Geldes im Leben darstellen. Die roten und schwarzen Punkte sollen die Highlights im Leben darstellen – gute und schlechte Erlebnisse.

Ich finde es sehr spannend, dass sie die Bedeutung ihrer Bilder manchmal erst ganz zum Schluß erkennt, wenn das Bild fertig ist.

Was mich natürlich zur nächsten Frage brachte.

Ich wollte wissen, ob sie das Material sieht und direkt weiß, wofür sie es verwenden möchte oder sucht sie nach bestimmten Materialien?

„Ja, auf jeden Fall. Ich möchte eigentlich an ein Ziel kommen, an dem ich ganz viele verschiedene Materialien verwenden kann und ich probiere das auch aus. Diese Materialien müssen kleben und zusammen passen.“

Deutsch-Französische Partnerschaft Geschenke für 2 französische Freundinnen

Aus Styropor macht Maria beispielsweise Wolken, indem sie es in Stücke zerbricht. Man kann aber auch aus Styropor einen Ring machen, der sich z.B. auch in dem Stadt Bild wiederfindet.

Aus Strassbändern macht sie in ihren Bildern z.B. eine Straße des Glücks oder in einem grünen Geflecht stellt dieses Band dann ein kleiner Schatz dar.

Weil Maria sehr viele Bilder für andere macht wollte ich wissen, ob sie die Bilder für diese Personen plant oder erst wenn es fertig ist weiß, wem sie es schenken möchte.

„Ich sehe erst den Mensch und den Raum. Dann denke ich – Was hat der für Farben, was strahlt der Raum aus, was muss das Bild bringen.“

Einzug in ein neues Haus

Ist das Basteln für dich ein Ausgleich zum Alltag?

„Total – ja. Ich kann dann auf alles verzichten. Ich brauch kein Fernsehen mehr, ich brauch kein Essen mehr, ich brauch kein Schlaf mehr.“ *Sie lacht* „Beim ersten Bild war das so verrückt, weil ich immer wieder was geändert habe. Ich bin teilweise 2x in der Nacht aufgestanden und habe an dem Bild weitergearbeitet.“

Der Weg in goldene Zeiten

Aber es ist etwas, was dir dann gut tut?

„Ja, total. Ich schöpfe daraus richtig viel Kraft. Hauptsächlich eigentlich dadurch, dass andere Menschen sich darüber später freuen.“

Stein-Graue Harmonie

Was würdest du gerne einmal selber machen, konntest es aber nicht und warum konntest du es nicht?

„Ich wollte immer mal Fliesen legen.“ *Sie lacht* „Ich habe ja fast alles in meinem Leben gemacht, aber Fliesen legen wollte ich immer gerne mal.“ „Generell habe ich eine Leidenschaft für Naturmaterialien. Auch alt und jung miteinander zu verbinden. Das finde ich toll.“ „Worauf ich noch hinaus arbeite ist, die künstlerische Leichtigkeit zu erlangen. Ich versuche immer eine Genauigkeit und Gleichmäßigkeit hineinzubekommen, die mich eigentlich hinterher stören.“

Was machst du als nächstes, wenn du alle Leute mit deinen Bildern glücklich gemacht hast?

„Dann werde ich mich wahrscheinlich auf Gartendekoration stürzen und versuchen irgendwelche alten Gartenfenster und Isolatoren zu ergattern.“

Grüße aus Mallorca

Wieviel Zeit benötigt so ein Bild durchschnittlich von der Idee bis zum fertigen Objekt?

„Wenn ich in der Art und Weise schon einmal was gemacht habe und die Materialien da habe, dann geht es eigentlich nur darum, wie lange die Trockenzeiten der einzelnen Materialen sind, um das nächste darüber kleben zu können. Im günstigsten Falle kann es in einem Tag fertig sein. Manche Bilder dauern aber auch über Wochen. Manchmal liegt es daran, dass ich gerade keine Zeit habe, aber manchmal eben auch daran, dass ich immer noch nach Materialien suche, die ich unbedingt da mit reinbringen möchte, aber nicht finde.“

Zum Abschluss: Wie viele Bilder hast du bisher schon gemacht?

„Weiß ich nicht genau. 20 so ungefähr, würde ich mal so grob schätzen.“

Maria hat mir außerdem verraten, dass sie es nicht übers Herz bringt für ihre Bilder Geld zu verlangen. Sie möchte nur das Geld fürs Material, weil sie mit ihren Bilder einfach nur anderen eine Freude bereiten möchte.

Ich bedanke mich auf jeden Fall recht herzlich bei Maria, dass sie sich für dieses kleine Interview zur Verfügung gestellt und mir meine neugierigen Fragen beantwortet hat. Das was sie macht finde ich auf jeden Fall wirklich toll, nicht nur, weil die Bilder (und was sie sonst noch so alles bastelt) so unglaublich hübsch aussehen, sondern auch, weil sie so vielen Menschen damit ein Lächeln ins Gesicht und ein Unikat in deren Wohnung zaubert.

 

Weil heute Dienstag ist, schicke ich diesen Beitrag auf die Reise zum kreativen DienstagKreativasHomemade on Tuseday und den Dienstagsdingen.

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2 Comments

  1. Also die sehen super aus. Da hat Maria ja echt ein kreatives Händchen
    Auch die Farbenkompositionen finde ich sehr ansprechend
    Liebe Grüße

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